Förderung junger Talente

Die Förderung junger Talente war von Anbeginn ein zentrales Anliegen der Internationalen Barocktage Stift Melk. So war das Festival immer wieder Podium und Startschuss für eine umfassende Karriere. Der Internationale Johann Heinrich Schmelzer Wettbewerb und das Förderungsprogramm "Stella Juventutis" sind deutliche Bekenntnisse hierfür.  

Internationaler Johann Heinrich Schmelzer Wettbewerb

Der Internationale Johann Heinrich Schmelzer Wettbewerb, 1993 gegründet und benannt nach dem wegweisenden Komponisten und Geiger am Wiener Habsburgerhof des 17. Jahrhunderts, findet alle drei Jahre in den Mauern des Stifts Melk statt.

Schmelzer, um 1620 im nahe gelegenen Scheibbs geboren, gilt als erster „Österreicher“ mit dem Titel Kaiserlicher Hofkapellmeister. Er beeinflusste die Entwicklung der Sonate und hinterließ ein vielschichtiges Werk, obwohl nur ein Teil seiner Kompositionen bis in die Gegenwart erhalten blieb. Von den überlieferten Werken wiederum ist nur ein Teil erfasst, viel Wertvolles schlummert in den Archiven und harrt noch seiner Entdeckung.

Prof. Helmut Pilss, Gründer der Melker Pfingstkonzerte, und Prof. Dr. Bernhard Trebuch wollten mit dem Wettbewerb das Interesse an den Werken von Johann Heinrich Schmelzer, Heinrich Ignaz Franz Biber oder Johann Joseph Fux stärken, er sollte aber auch eine „Initialzündung“ für die junge, aufstrebende Barockmusikszene sein, die sich länderübergreifend in ganz Europa entwickelt hatte.

Und so wurde ein einzigartiger Wettbewerb gegründet, der die Individualität und Vielfalt der „Szene“ anerkennen und fördern wollte. Jungen Musikern und Solisten wird damit die Möglichkeit gegeben, sich in fünf Kategorien dem Wettstreit zu stellen und vor einer Jury zu behaupten: Gesang, Ensemble, Streich-, Blas- und Tasteninstrumente. Voller Stolz und Freude erinnern sich die Teilnehmer heute an eine aufregende, inspirierende und lehrreiche Zeit zurück: Der Flötist Jan van Hoecke, der 2011 den ersten Preis nach Hause trug, empfand „das  hohe musikalische Niveau [als] sehr beeindruckend. Durch den Wettbewerb habe ich viele Musiker kennengelernt, mit welchen ich zum Teil heute noch zusammenarbeite. Ein erster Preis und dazu noch der Publikumspreis war ein ganz tolles Gefühl für mich und hat mich in meiner Musikerkarriere ein Stückchen weitergebracht.“

Auch die Gewinnerin des letzten Wettbewerbs von 2014, Tabea Debus – ebenfalls Flötistin – hat es „sehr genossen, in den so wunderbar zu der Musik passenden Räumlichkeiten musizieren zu dürfen - man möchte gar nicht mehr aufhören dort zu spielen! Trotz der Konzentration und Aufregung, die ein solch renommierter Wettbewerb mit sich bringt, habe ich die Möglichkeit zum Austausch mit den anderen TeilnehmerInnen und auch dem gleichermaßen interessierten wie kenntnisreichen, begeisterten aber auch kritischen Publikum wahrnehmen können. Ein tolles, bereicherndes Erlebnis.“

In einem öffentlichen Finalistenkonzert wird schließlich dem Publikum das Ergebnis des dreitägigen Wettbewerbs präsentiert.

Den Juryvorsitz hat derzeit Christoph Hammer inne, selbst Barockmusiker, der sich aber auch der Erforschung und Wiederbelebung weniger bekannter Komponisten und ihrer Werke widmet.

Auch Michael Schade ist die Förderung junger Künstler ein besonderes Herzensanliegen, dem er sich bereits seit Jahren mit dem von ihm initiierten Young Singers Project der Salzburger Festspiele und der Stella Maris International Vocal Competition verschrieben hat – diese gelten mittlerweile als Vorzeigeprojekte im Bereich der Nachwuchsförderung. In Melk nimmt sich Michael Schade der Weiterentwicklung des traditionsreichen Wettbewerbs an. Durch sein Engagement und das Sponsoring der Capital Bank wurde das Preisgeld auf EUR 5.000,- erhöht. Zudem erhalten die jungen Künstler eine Konzertverpflichtung für die jeweils darauf folgende Saison der Internationalen Barocktage.

 

GewinnerInnen des  Internationalen Johann Heinrich Schmelzer Wettbewerbs

2014
1.Preis: Tabea Debus

2011
1.Preis: Jan van Hoecke, Blockflöte (Schweiz) und Anne Freitag, Traversflöte (Schweiz)
Publikumspreis: Jan van Hoecke, Blockflöte (Schweiz)

2008
1. Preis: Duo Lesaulnier (Frankreich)
Ensemblepreis: Michael Hell, Cembalist mit dem Ensemble Vezzoso

2005
1. Preis: Ensemble Vivante (Österreich)

2002
1. und J. Schmelzer Preisträger: Barbara Tisler

1999
drei 2. Preise: Maia Silberstein, Barockvioline (Brüssel)
Maria Mittermayr, Traversflöte (Wien)
Benedek Csalog, Traversflöte (Budapest)

1996
1. Preis: Susanne Pumhösl, Cembalo (Wien)

1993
1. Preis nicht vergeben
2. Preis: Blockflöten Ensemble Schwertberg, Österreich

Stella Juventutis

Der Jugend gehört die Zukunft, den Alten die Vergangenheit, dem Weisen der Augenblick.
Stephan Sarek (*1957), dt. Schriftsteller

Jugend muss gefördert werden – das ist seit Beginn der Internationalen Barocktage eines unserer zentralen Anliegen. So gab das Festival schon unter dem Gründer des Festivals Prof. Helmut Pilss immer wieder die Bühne frei für Nach wuchs künstler und war somit oftmals Startschuss für große Karrieren. Deutliches Bekenntnis dazu ist der seit 1993 alle drei Jahre stattfindende Internationale Johann Heinrich Schmelzer Wettbewerb. KS Michael Schade ist es gelungen, die Capital Bank als Schirmherr für die Jugendförderung zu gewinnen. Im Rahmen von ›Stella Juventutis‹ übernimmt die Capital Bank die Patenschaft für die Verpflichtung eines jungen Künstlers oder Ensembles. So spielte Tabea Debus, die Gewinnerin des Internationalen Johann Heinrich Schmelzer Wettbewerbs 2014, mit dem Ensemble Tr!Jo zu Pfingsten 2016 im Rahmen dieser Förderung das Preisträgerkonzert im Schloss Pielach.

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Franz Gleiss
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